Wracks
Chrisoula K
Gebaut 1945. Am 30.08.1981 durch einen Navigationsfehler des Kapitäns ist sie auf dem Riff gestrandet und einige Wochen später zerbrochen und gesunken. Sie ist ca. 100m lang und liegt in einer Tiefe von 12 – 28m wobei die Aufbauten bereits 5m unter der Wasseroberfläche beginnen. Sie hatte Fliesen geladen, die auch schon zu dieser Zeit wohl nicht die erste Wahl waren, da sie immer noch überall zu finden sind. Beim betauchen des Wracks sollte man vorsichtig sein, weil immer noch Ladung durch Dünung verrutschen kann. Zu beachten ist auch der Grund mit Sandaalen an der Steuerbordseite. In 20m Tiefe ist eine Toilette zu finden, die stets ein beliebtes UW Motiv ist.
Carnatic
Gebaut wurde sie am 08.12.1862 und ist das älteste Wrack, sie lief am 14.09.1869 auf das Riff auf und sank einen Tag später. Das Passagier und Postschiff arbeitete für die P&O Gesellschaft. Sie hatte nicht nur Weinflaschen sondern auch Kupferplatten geladen. Man erzählt sich das 8000 ihrer 4000 Sterling Goldfracht ungeborgen sind. Das Wrack liegt nahe am Riff und kann nur bei gutem Wetter angefahren werden. Sie liegt auf der Backbordseite in einem Winkel von ca. 45° am Fuße des Riffes in einer Tiefe von 20 – 27m. Die Mittelsektion ist auseinandergebrochen, während der Bug und das Heck intakt sind. Die Decks sind eingebrochen und es ist nun umgeben von dichtem Bewuchs. Sie ist dem Licht zugewandt und man kann leicht hinein tauchen. GPS 27° 33‘45“N, 33° 55‘37“ O
Ghannis D
Gebaut 1969, Gesunken am 19.04.1983 im Laufe von zwei Wochen zerbrach sie in zwei Teile und sank. Sie liegt ca. 200 m nördlich in der Lagune ca. 30m vom Riff entfernt. Der beste Teil des Wracks ist der Heckbereich, welcher in einer Tiefe von ca. 22m liegt und in einem Winkel von ca. 45° auf der Backbordseite. Der Maschinenraum befindet sich zentral in diesem Areal. Er ist groß und sehr geräumig aber auch dunkel, so dass man eine Lampe benötigt wenn man hinein tauchen möchte. Im Maschinenraum befindet sich eine Luftblase, in die man nicht hinein tauchen sollte, wenn man keinen Ölfilm auf sich haben möchte. Ein großer Mast wurde komplett abgebrochen nachdem ein Schiff daran geankert hatte. GPS 27° 34‘25“ N, 33° 55‘75“ O
Thistlegorm (Blaue Distel)
Gebaut wurde die Thistlegorm 1940, gesunken ist sie am 06 .10.1941 mit einer Gesamtlänge von 126m. Sie wurde vor Shaab Ali durch einen deutschen Bomber der Marke Heinkel HE 111 des Kampfgeschwaders 26 der deutschen Truppen abgeschossen. Sie war brandneu und nur die Chance auf eine vierte und letzte Fahrt auf dieser Reise. Geladen hatte sie Kriegsmaterial für Nordafrika. Vier Laderäume boten alles, was man für eine Kriegsführung benötigte. Gepanzerte Fahrzeuge, Motorräder, LKWS, Flugzeugmotoren, Minen und vieles mehr. Am Oberdeck findet man 2 Lokomotiven bei der eine von beiden auf dem Meeresgrund sank und die andere ist in 100m Entfernung in einer Tiefe von 50m zu finden. Die Bombe traf den vierten Laderaum wo sich ein großer Teil der Munition befand. Gesamttiefe liegt bei 14 -32m. Die Strömung sowie die Sichtverhältnisse sind hier sehr unterschiedlich und nicht zu unterschätzen, deshalb ist sie nur den erfahrenen Tauchern vorbehalten. Die Laderäume als auch der Rest des Wracks sind gut erhalten und zu betauchen, da alles sehr offen ist, jedoch ist eine Lampe von Vorteil. Die Laderäume sind in 2 Ebenen unterteilt und bei ihrer Tiefe ideal für Nitrox TG’s geeignet. Am besten betaucht man das Wrack von vorne beginnend am Bug und taucht dann langsam zum Heck, erst hinter der Brücke bietet sich der ganze Anblick der Zerstörung durch den Bomber. In der Mitte des Wracks sollte man einen Abstieg in die Laderäume machen, denn hier gibt es allerhand zu sehen, auch wenn große Teile zerstört wurden.
GPS 27° 48‘80“ N, 33° 55‘10“ O
Kimona M
Früher trug sie den irrtümlichen Namen Seastar, bis durch gründliche Recherchen der wahre Name ans Licht kam. Die Kimona M oder auch der Linsenfrachter lief am 12.12.1976 auf ein unbekanntes Wrack auf und ist später zerbrochen und gesunken. Sie liegt in einer Tiefe von 12 – 29m und erstreckt sich auf einer Länge von ca. 100m. Man sollte sie nur von außen betauchen, da das hinein tauchen durch strake Bewegungen der Schiffswände Risiken birgt. Am Bug trifft man außerdem des Öfteren auf Napoleon und einen Schwarm Fledermausfische.
Rosalie Moeller
Gebaut wurde sie im Januar 1910 als Francis umgetauft 1931.Gesamtlänge 110m. Gesunken ist sie am 08.10.1941 nur zwei Tage nach der Thistlegorm. Vermutlich wurde sie durch einen Bombertreffer auf der Steuerbordseite in die Tiefen des Roten Meeres befördert. Die Rosalie liegt auf der Nordseite von Gubal in ca. 45m Tiefe, die Fahrtzeit beträgt ca. 2,5 Std. und bleibt nur erfahrenen Tauchern vorbehalten. Da dieses Wrack wenig betaucht wird ist es nahezu unberührt und schon sehr gut bewachsen. Die Laderäume sowie den Maschinenraum kann man mit einigen Einschränkungen wunderbar betauchen. In den vier Laderäumen befinden sich noch jede Menge Kohlestücke die man begutachten kann.
GPS 27° 39‘00“ N, 33° 46‘30“ O
Unser Buchtipp – Wracks im Roten Meer

- Matthias Bergbauer, Manuela Kirschner, Udo Kefrig
- Wracks im Roten Meer
- 224 Seiten, Broschur mit Plastikhülle
- 161 Farbfotos, 1 Farbzeichnungen
- €/D 22,90 / €/A 23,60 / sFr 39,90
- 161 Farbfotos, 1 Farbzeichnungen
- ISBN 978-3-440-11968-6
- Erscheinungstermin: Juni 2010
Über 80.000 Deutsche verbringen jedes Jahr ihren Tauchurlaub am Roten Meer, denn für Wracktaucher ist es das Traumziel schlechthin. Nirgendwo sonst liegen so viele gesunkene Schiffe aus verschiedenen Epochen auf dem Meeresgrund wie hier. Viele Wracks sind bereits erforscht und von Anfängern und Fortgeschrittenen gut zu betauchen, andere sind echte Geheimtipps für Profis. Das Rote Meer bietet für jedes Tauchniveau etwas. Einen Überblick über 32 Wracks aus vier Ländern finden Unterwasserfreunde jetzt in dem Tauchführer Wracks im Roten Meer. Darin erzählen Claus-Peter Stoll, Udo Keftrig und Matthias Bergbauer von der Geschichte der Schiffe und der Katastrophe des Untergangs, geben genaue Beschreibungen zu den Tauchgängen sowie der Flora und Fauna unter Wasser. Die Fotos von Manuela Kirschner machen die ganze Faszination des Wracktauchens schon beim Durchblättern des Buches deutlich. Besondere Sicherheitshinweise und Fototipps runden den Tauchführer ab.
Claus Peter Stoll und Udo Keftring haben ihr Taucherleben den Wracks in aller Welt, insbesondere im Roten Meer, verschrieben. Sie betauchen, erforschen und dokumentieren sie seit vielen Jahren. Matthias Bergbauer, Diplom-Biologe, kennt die Flora und Fauna unter Wassers bestens.
Manuela Kirschner ist erfolgreiche Unterwasserfotografin mit Auszeichnungen auf nationalen und internationalen Fotowettbewerben.
